Statement eines Anwalts bezüglich der Auszahlung der Zinsen

26. Mai 2009

Hinsichtlich der angesprochenen Zinsen ist zu unterscheiden. Der von Ihnen aus unserer letzten E-Mail zitierte Absatz hinsichtlich der Zinsen ist so zu verstehen, dass bis zur Verhängung des Moratoriums am 08.10.2008 dem Guthaben gutgeschriebene Zinsen als vorrangige Forderungen zu werten sind und mit dem Guthaben entsprechend ausgezahlt werden. Alle Zinsen, welche nach Verhängung des Moratoriums angefallen sind, werden als nachrangige Forderungen behandelt. Hier wird keine Auszahlung erfolgen. Dies wird insbesondere für Zinsansprüche auf Einlagen von Tagesgeldkonten gelten, welche in der Regel nur rechnerisch aufgelaufen sind. Diese Zinsansprüche können möglicherweise als ungesicherte sonstige Forderungen gegenüber der Bank geltend gemacht werden. Hier wird es im Wesentlichen darauf ankommen, ob die Vermögenswerte der Bank dazu ausreichen alle Verbindlichkeiten der Gläubiger (d.h. auch die Zinsen) zu bedienen. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch nicht abschätzen, inwieweit Handlungen hier erforderlich sind.

7 Reaktionen zu “Statement eines Anwalts bezüglich der Auszahlung der Zinsen”

  1. kralleam 26. Mai 2009 um 17:06 Uhr

    Soweit ist mir die rechtliche Argumentation einleuchtend.
    Jedoch: Wie kann die Bank einseitig die Geschäftsbeziehungen beenden, ohne die verbliebenen (und im Grundsatz anerkannten) Forderungen des Kunden – die rechnerisch aufgelaufenen Zinsen – auszuweisen? In der Haben-Soll-Bilanz der Bank bleibt eine Schuld offen. Geschäftsbeziehungen zu beenden ohne eine solche Schlussbilanz mitzuliefern, halte ich für definitiv inakzeptabel. Ob es rechtlich zulässig ist, kann ich nicht sicher beurteilen – habe aber starke Zweifel daran. Was sagt der Anwalt zu diesem Punkt?

    Im (wenig wahrscheinlichen) nachgelagerten Entschädigungsfall hätte der Kunde nun die Pflicht, die rechnerisch aufgelaufenen Zinsansprüche auf der Grundlage einer mehr oder weniger großen Anzahl von Ein- und Auszahlungen zu berechnen und zu belegen. Will das die Bank ernsthaft? Aus den bei der Bank vorhandenen Kontoverläufen wäre eine solche Zinsberechnung einfacher möglich und könnte von ihr selbst autorisiert werden. Dies betrachte ich für einen Schuldner eigentlich als Bringepflicht!

  2. D2Bam 26. Mai 2009 um 19:36 Uhr

    Wenn man Zinsen auf Tagesgeld eventuell als „ungesicherte sonstige Forderung“ geltend machen könnte, wie wäre dann Festgeld zu handhaben?

  3. Diddyam 26. Mai 2009 um 20:24 Uhr

    Wer sein Tagesgeld am 08.10.2008 abgezogen hat, hat man
    dann den Anspruch auf seine Zinsen?

  4. Nathalieam 26. Mai 2009 um 20:27 Uhr

    Zinsen werden NICHT ausbezahlt! Da sie keine priority claim sind! Dies hat Kaupthing schon mehrmals so mitgeteilt. Bitte auch die FAQ´s der Kaupthing lesen!

    Zinsen werden nur ausbezahlt, wenn sie dem Konto bereits gutgeschrieben sind. Kann bei Tagesgeldkonten nicht der Fall sein, da die Zinsen 1xjährlich im Dezember ausbezahlt werden (sollten). Da es im Dezember 2007 noch keine Kaupthing in Deutschland gab, wird auch keiner auf sein Tagesgeldkonto Zinsen bekommen haben.

  5. Reinifeiniam 26. Mai 2009 um 20:53 Uhr

    Vielleicht wäre es ja sinnvoll erstmal abzuwarten, ob wir überhaupt unsere Einlagen bekommen werden, bevor man sich darüber den Kopf zerbricht ob und wieviel Zinsen man bekommen kann ( könnte).

    Natürlich hat „die Bank“ auf ganzer Linie versagt und schuldet Zinsen und Verzugskosten etc.

    Aber man sollte gut überlegen, bevor man mit weiteren Forderungen einen – immerhin möglichen – Prozess der Rückzahlung der Einlage wieder verzögert –
    Oder einen Anwalt loshetzt.

    Wo will man Zins und Kostenforderungen geltend machen? In Deutschland? in Island. An welche Person ( Vorstand oder GF ) sollte die Forderung den gerichtet sein…

    Ich schlage vor abzuwarten, ob die „Briefaktion“ überhaupt eine Auszahlung auslöst und dann kann man prüfen, ob man guten Geld inverstiert um evtl. Zinsen zu bekommen…

    Servus.
    Reinhard

  6. quaderam 26. Mai 2009 um 22:04 Uhr

    Anfangs wurde der Entschädigungsfall festgestellt. Das heißt der isländische Einlagensicherungsfonds hätte uns die Einlagen und Zinsen bis zur Höchstgrenze erstattet. Nun hat die Bank anscheinend doch genug eigene Mittel um die „Priority Claims“ auszuzahlen. Im Falle, daß Kaupting die Zinsen auf unsere Einlagen nicht aufbringen kann, sollte wiederum der Entschädigungsfall eintreten und die isländische Einlagensicherung zum Zuge kommen.

    Allerdings gehe ich davon aus, daß diese Prozedur einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Ich warte erst einmal, bis die Einlagen auf dem Konto eingegangen ist.

  7. Janam 27. Mai 2009 um 09:55 Uhr

    @Kralle: Der Anwalt hat dazu nichts gesagt. Die rechnerisch aufgelaufenen Zinsen sind ohne weiteres zu berechnen. Für Tagesgeld bis zum 31.12.2008 betrug der Zinssatz 5,65%, danachwäre der Zinssatz minus des Bonuszinssatzes (ich glaube dieser Bonuszinssatz betrug 0,5%). Zeitraum wäre wohl anzusetzen (für Tagesgeld) Tag(e) der Einzahlung bis zum Erhalt der Kündigung im Auszahlungsbrief plus 6-Wochen-Mindestkündigungsfrist der Bank laut Nr. 9 AGB Tagesgeld. Hier ist dazu ein Zinsrechner von hti:
    http://kaupthing-edge.helft-uns.de/wp-content/uploads/2009/05/ke.zip
    Und einfach nachzuweisen ist die Zinsforderung auch: Kopie des Kontoauszugs von KED sowie Kopie des Auszahlungsbriefes mit der enthaltenen Kündigung samt zugegangenem Brief + Briefumschlag.

    @D2B: Festgeldzinsen sind genauso ungesicherte Forderungen, es sei denn sie sind vor dem 09.10.08 fällig (Fälligkeit des Festgeldes) geworden.

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