Reuters: Gespräche mit den Gläubigern der isländischen Banken sollen diese Woche beginnen

4. Juni 2009

Islands Finanzminister sagte am Dienstag, dass die Regierung formale Gespräche mit den Gläubigern ihrer zusammengebrochenen Banken beginnen werde. Eine Einigung über eine Entschädigung werde so bald wie möglich erwartet.

Die Finanzbehörden hatten zuvor erwartet, dass eine Vereinbarung bis Mitte Mai erreicht werden könnte. Allerdings dauerten die Verhandlungen wegen Probleme in Bezug auf die Bewertung der Vermögenswerte von Kaupthing, Glitnir und Landsbanki an.

Das Finanzministerium sagte in einer Stellungnahme:  „Es wird erhofft, dass die Unterredungen innerhalb eines schnellen Zeitrahmens beendet werden können, damit die Neuausstattung der Banken mit Kapital erreicht werden kann.“ Außerdem hieß es, dass die Regierung hoffe, eine Entschädigung für die Gläubiger der Bank zu vereinbaren.

Neuordnung und Wiederaufbau des Bankensektors, ebenso wie die Rückzahlung der Gläubiger und die Stabilisierung der Währung sind Schlüsselteile des 10 Mrd. US-Dollar-Rettungsplans, das mit dem Internationalen Währungsfonds und Islands europäischen Nachbarn letztes Jahr vereinbart wurde.

Der IWF sieht die Wirtschaft Islands um 10 bis 11 Prozent im Jahr 2009 schrumpfen, womit sie der finanziellen Kernschmelze des Landes folgt. Die isländische Regierung sagt voraus, dass sie dieses Jahr einHaushaltsdefizit von annähernd 13 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt einfahren wird [Anmerkung Jan zum Vergleich: Nach den EU-Stabilitätskriterien darf die Höhe der Neuverschuldung 3% des jährlichen BIP nicht überschreiten.]

Sinngemäße Übersetzung der englischsprachigen Reuters-Meldung.

Zu weiteren Artikeln zu diesem wichtigen Thema führen unsere Artikel vom 30.05.09, ebenfalls vom 30.05.09 sowie vom 16.05.09.

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