Islands Bürger zahlen die Zeche

2. Juli 2009

In Island werden die Bürger zur Kasse gebeten, wie in diesem Artikel der ARD berichtet wird. Auch dieser Aspekt sollte beispielsweise berücksichtigt werden, wenn man für seine Zinsen kämpfen möchte. Für uns vielleicht nur ein paar Euro (je nach Einlage) und für 320.000 Isländer die längste Zeche der Welt…

5 Reaktionen zu “Islands Bürger zahlen die Zeche”

  1. StefanMam 2. Juli 2009 um 22:04 Uhr

    @Dirk: Nach meinem Verständnis – mag falsch sein – geht es bei unseren Zinsen darum, ob die Zinsen Priority Claims sind und wir damit vor institutionellen Anlegern (z.B. einer deutschen Bank, die Kaupthing Geld geliehen hat, entschädigt werden.

    Darüber hinaus ist unser Schaden deutlich höher als die reinen Zinserträge.

    Ich kann das zurück erhaltene Geld (es geht um unsere Altersvorsorge) heute für vielleicht 2 % wieder anlegen, hätte es nach 6 Monaten Kaupthing aber bereits letztes Jahr als Festgeld für rund 5 % längerfristig angelegt, wie mit dem Rest unserer Ersparnisse geschehen: 4 Jahre zu rund 5 %.

    Der Folgeschaden ist damit für uns noch höher als der eigentliche Zinsverlust.

    Und auch dem Staat gehen dadurch Steuern verloren aufgrund keiner – und ab heute niedrigerer Zinserträge als bei Wiederanlage in 2008.

    Deshalb möchten wir auf unseren Zinsanspruch auch nicht verzichten.

    Auch hatte Kaupthing nach eigenem Bekunden bereits im April alles zur Rückzahlung notwendige Geld zusammen. Wir alle mussten dennoch bis Juli weiter warten.

    Die Nerven, die uns ALLE das gekostet hat, . . .

    Bitte meinen Kommentar nicht übel nehmen.

    Ist halt unsere (meine Gattin und ich) persönliche Meinung.

    Gruß

    Stefan

  2. Dirkam 3. Juli 2009 um 03:00 Uhr

    @StefanM: kein Thema. Ich will damit auch die leute, die für ihre Zinsen kämpfen nicht ins Abseits stellen etc. Nur ein wenig Denkaufgabe möchte ich jedem mitgeben…..ist eher für die Leute gedacht, die immer auf die Isländer schimpfen!

  3. Janam 3. Juli 2009 um 09:24 Uhr

    @StefanM: Das Anliegen, ob Zinsen nicht auch „Priority Claims“ sind, ist ein völlig legitimes Anliegen.

    Es verlangt auch niemand einen Verzicht auf die Zinsen, denn zumindest sind sie Insolvenzforderungen und werden damit zumindest teilweise ersetzt.

    Meine Meinung: Letztlich haben wir mit der 100%-Rückzahlung von einer faktisch bankrotten Bank eines fast bankrotten Landes noch Glück gehabt – die größte Zeche zahlen die isländischen Bürger – und zwar jahrzehntelang.

  4. Lehaneam 3. Juli 2009 um 15:27 Uhr

    Ich schließe mich der Meinung von Jan an. Wir haben verdammtes Glück gehabt.

    Außerdem glaube ich nicht, das Zinsen “Priority Claims” sind. Das sagt mir mein gesunder Menschenverstand. Reale Forderungen werden vorrangig sein. Auf die gesetzliche Rangfolge werden wir keinen Einfluss haben.

    Ich schau erst mal, wie es weiter geht und entscheide dann.

  5. StefanMam 4. Juli 2009 um 22:43 Uhr

    Ja, wir haben wirklich Glück gehabt! Da gebe ich Euch vollkommen Recht. Und dem Glück wurde auch nachgeholfen – besonders auch durch die engagierten Betreiber dieser Seite:

    Nathalie, Dirk und Jan
    (Dank auch an Jan für die Bewertung und Erläuterungen zum Thema Zinsansprüche, die es ja sogar als pdf gibt)

    Was die Zinsansprüche selbst betrifft, so entfällt ein nicht unerheblicher Teil auf unnötige Verzögerungen bei der Rückzahlung. Werden die Zinsansprüche gleich behandelt, wie die Ansprüche der institutionellen Anleger, so hätten diese institutionellen Anleger durch die Verzögerungen einen Vorteil erlangt, was wiederum dem Willen des Gesetzgebers – egal ob in Island oder in Deutschland – in jedem Fall entgegensteht.

    Eine gewisse deutsche Bank, der manche „Geiselhaft-Maßnahmen“ vorwerfen, spielt dabei auch eine nicht gerade unerhebliche Rolle.

    Mit den Bürgerinnen und Bürgern Islands hat das Alles nichts zu tun.

    So schnell geben wir uns – auch was die Zinsansprüche betrifft – nicht geschlagen. Erfolg bei der Geltendmachung von zweifelsfrei ebenfalls entstandenen Folgeschäden dürfte hingegen etwas schwieriger zu erzielen sein – außer bei denen, die nachweislich Kredite in Anspruch nehmen mussten, weil Sie keinen Zugriff auf ihre Kaupthing-Einlagen hatten.

    Harren wir einfach der Dinge, die da kommen . . .

    Gruß

    Stefan

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