„Zinskampf“

11. Juli 2009

Meiner Meinung nach guter Kommentar von Jan, den ich deshalb auch als Artikel einstelle:

Niemand muss “kämpfen”, wenn er den von Kaupthing demnächst vorgeschlagenen Weg nimmt, denn da geht alles seinen (Insolvenz-)Gang, wenn man dem Verfahren folgt. Es ist immer bitter, wenn jemand seine Schulden nicht (vollständig) zahlt, aber das passiert täglich und noch in ganz anderen Ausmaßen: Wer möchte z.B. lieber Quelle-Mitarbeiter sein oder Quelle-Lieferant oder General Motors-Zulieferer oder Hertie-Verkäufer oder Lehman-Zertifikateinhaber? Deshalb trifft es “Glück gehabt” im Vergleich zu anderen.
Ein Rechtsstreit würde aber wahrscheinlich jahrelange Mühen erfordern und wir drei können uns diesen Riesenaufwand nicht jahrerlang leisten – weder beruflich, noch privat.

9 Reaktionen zu “„Zinskampf“”

  1. Klauserlam 12. Juli 2009 um 10:08 Uhr

    Hi Nathalie und Jan,
    so sehe ich das auch mit langer Auseinandersetzung, doch wie schon Dirk gesagt habe ich mir privat einen Rechtsanwalt genommen, welcher die Sache am laufen hat.
    Ich kann nur jedem Empfehlen über seinen Rechtschutz das gleiche zu machen und so hat man doch eventuell die Möglichkeit an die verdienten Zinsen zu kommen, werden die bei mir irgendwann ausgezahlt, bin ich gerne bereit einen Teil zu spenden.
    Das finde ich so immer noch besser, wie unser Geld in den falschen Händen zu lassen.
    Schönen Sonntag wünscht Klaus

  2. Nathalieam 12. Juli 2009 um 10:27 Uhr

    Dann hast du uns falsch verstanden. Wir sagen keinem, dass er auf seine Zinsen verzichten soll, aber wir schreien jedem entgegen, dass er froh sein soll, 100% seiner Einlagen wieder zu haben.

    Was ist denn das Ziel deines Anwaltes? Einstufung deiner Zinsen als Priority Claims? Wenn nein, die Zinsen aus der Insolvenzmasse zu beantragen dürften wir alle auch ohne Anwalt hin bekommen. Wie auch schon das Ausfüllen zweier Briefe an Kaupthing.

    XYZ sucht übrigens Mitstreiter, denn auch er will einen Anwalt beauftragen.

  3. Luna3010am 12. Juli 2009 um 11:59 Uhr

    http://kostenrechner.anwalt-suchservice.de/kostenrechner/anwalt/

    Beispiel Anwaltskostenberechnung
    Streitwert: 1000 € (Zinsen)
    Auftraggeber: 1 Person

    ——————————————————————————–

    Ergebnis
    Es fallen Anwaltskosten in Höhe von 606,44 Euro an.

    Ihre Angaben zum anwaltlichen Auftrag
    Auftraggeber 1 Person
    Streitwert 1.000 Euro
    Tätigkeiten des Anwalts
    •Allgemeine Beratung
    •Betreiben des außergerichtlichen Geschäfts
    •Vertretung des Antragstellers im gerichtlichen Mahnverfahren
    •Vertretung des Antragstellers im Verfahren auf Erlass eines Vollstreckungsbescheids
    •Betreiben des Geschäfts im Klageverfahren
    •Wahrnehmung eines gerichtlichen Termins
    •Mitwirkung an Einigung im gerichtlichen Verfahren

    Anwaltskosten insgesamt
    Streitwert 1.000 Euro

    ——————————————————————————–

    Außergerichtliche Tätigkeiten 155,30 Euro
    Vertretung im Mahnverfahren 136,54 Euro
    Vertretung im Klageverfahren 314,60 Euro

    ——————————————————————————–

    Anwaltskosten insgesamt 606,44 Euro

    **************************************

    Beispiel Anwaltskostenberechnung
    Streitwert: 1000 € (Zinsen)
    Auftraggeber: 5 Personen

    ——————————————————————————–

    Ergebnis
    Es fallen Anwaltskosten in Höhe von 850,25 Euro an.

    Ihre Angaben zum anwaltlichen Auftrag
    Auftraggeber 5 Personen
    Streitwert 1.000 Euro
    Tätigkeiten des Anwalts
    •Allgemeine Beratung
    •Betreiben des außergerichtlichen Geschäfts
    •Vertretung des Antragstellers im gerichtlichen Mahnverfahren
    •Vertretung des Antragstellers im Verfahren auf Erlass eines Vollstreckungsbescheids
    •Betreiben des Geschäfts im Klageverfahren
    •Wahrnehmung eines gerichtlichen Termins
    •Mitwirkung an Einigung im gerichtlichen Verfahren

    Anwaltskosten insgesamt
    Streitwert 1.000 Euro

    ——————————————————————————–

    Außergerichtliche Tätigkeiten 276,68 Euro
    Vertretung im Mahnverfahren 258,97 Euro
    Vertretung im Klageverfahren 314,60 Euro

    ——————————————————————————–

    Anwaltskosten insgesamt 850,25 Euro

    Die Kosten des Gerichts, die bei einem Prozess zusätzlich anfallen, sind in dieser Berechnung nicht enthalten.
    Hinweis zu den anwaltlichen Auslagen
    Auslagen sind die Kosten, die beim Anwalt im Rahmen seiner Tätigkeit anfallen für Porto, Telefon, Fax etc. Der Anwalt kann sie entweder nach der tatsächlichen Höhe oder als Pauschale geltend machen. Die Pauschale beträgt 20% der gesetzlichen Gebühren, höchstens aber 20,- Euro.
    Daneben werden Fotokopie-, Reise- und Abwesenheitskosten nach gesetzlich festgelegten Sätzen erstattet. Zu den Reisekosten gehören auch die Übernachtungskosten.
    Hinweise zur Kostenerstattung
    In außergerichtlichen Fällen werden die Kosten im Vergleich ausgehandelt oder können manchmal auch dem Gegner auferlegt werden. Bringt der Gegner Einwendungen vor, wird er jedoch meistens auch die Kosten des Anwalts nicht zahlen.
    In gerichtlichen Streitigkeiten, die mit einem Urteil enden, trifft das Gericht eine Kostenentscheidung. Entweder werden die gesamten Kosten der unterlegenen Partei auferlegt oder das Gericht verteilt die Kosten gemäß dem Obsiegen und Unterliegen der Parteien, indem es eine Quote bildet. Diese Quote bestimmt auch die Kostenerstattung der Anwaltskosten durch den Gegner.
    Eine wichtige Ausnahme bildet der Arbeitsgerichtsprozess in der ersten Instanz: hier trägt jede Partei die eigenen Kosten selbst.
    Kommt es zu einem gerichtlichen Vergleich, so werden die Kosten regelmäßig ausgehandelt. Häufige wird vereinbart, dass jede Partei ihre eigenen Kosten trägt, oder die Kosten werden entsprechend einer Quote aufgeteilt.
    Der Gegner muss übrigens immer nur die Kosten in der Höhe der gesetzlichen Gebühren erstatten. Eine höher liegende Honorarvereinbarung muss er nicht erstatten. Können die Kosten vom Gegner nicht beigetrieben werden, weil er zahlungsunfähig ist, so trägt der Mandant die Kosten selbst. Als Auftraggeber bleibt er gegenüber dem Anwalt zur Zahlung des Honorars verpflichtet.
    Rechtlicher Hinweis
    Die Kosten werden berechnet nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz vom 12. März 2004. Alle Angaben basieren auf Vereinfachungen, sind ohne Gewähr und stellen keine Rechtsberatung dar. Wenn Sie verbindlich wissen möchten, welche Anwaltskosten anfallen, so befragen Sie bitte einen Anwalt.

  4. Luna3010am 12. Juli 2009 um 12:13 Uhr

    Ich habe jetzt 3 verschiedene Anwaltskostenrechner mit immer gleichen Daten (1000 € Streitwert, 1 Person) getestet….. jedes Mal ein anderes Ergebnis.

    Hier noch ein Link zu Prozesskosten

    http://kostenrechner.anwalt-suchservice.de/kostenrechner/prozessrisiko/

  5. Nathalieam 12. Juli 2009 um 14:35 Uhr

    @Luna3010
    Danke für die Berechnung.

    Man sollte wenn dann nur einen Anwalt bemühen, wenn die Rechtsschutzversicherung zahlt. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob auch wirklich alle Versicherungen dies übernehmen, da die Zinsen aus dem Insolvenzverfahren gezahlt werden.

    Man bedenke, dass der Anwalt zu einer Gerichtsverhandlung nach Island müsste bzw. dort einen Kontaktanwalt haben muss. Die Kosten sind in meinen Augen nicht in Relation zu setzen mit dem Aufwand, da wahrscheinlich der Aufwand die Zinsen im Insolvenzverfahren geltend zu machen ein recht geringer sein wird.

    WIE AUCH SCHON BEIM SCHREIBEN AN DEN FONDS BZW. DAS SCHREIBEN ZURÜCK ZU KAUPTHING.

    Aber das bleibt jedem selbst überlassen. Mir stellt sich nur die Frage, was genau soll der Anwalt erreichen?

    Und dann bedenke man: Wenn man klagt, dann wohl gegen die Kaupthing hf. Deren Gerichtsstand ist in Island, somit ist auch dort eine Verhandlung (sprich erst einmal alle man nach Island – vergessen wir bitte nicht den Dolmetscher, denn die Verhandlung wird in isländisch sein). Der Richter, der den Fall bearbeitet ist Isländer, hat wer weiß was verloren. Seine Tochter kann evtl. nicht mehr studieren, seine Frau hat den Job verloren, das Haus kann nicht mehr bezahlt werden. Nun kommt ein deutscher Sparer, der 100 % seiner Einlagen wieder bekommen hat und will Zinsen. Wie würdet ihr entscheiden?

  6. blauam 12. Juli 2009 um 16:16 Uhr

    Wir sollten uns ALLE, die sich mit der Frage „Zinskampf“ auseinandersetzen noch mal den Artikel von Jan vom 28.06.09 “ Die Zinsfrage“ vor Augen führen und besonders auf den letzten Abschnitt:

    7. Fazit

    Aufgrund des Gesagten warten wir also in Bezug auf unsere Zinsen gelassen ab und nehmen das Verfahren an, das uns über http://www.kaupthing.com und http://www.kaupthingedge.de geboten wird. Ob sich eine Klage oder Rechtsberatung lohnt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Es kann aber natürlich sein, dass man bei einer Klage schlechtem Geld noch gutes hinterher wirft. Alle, die dann aber Krokodilstränen über das ungerechte Recht weinen, müssen dann aber zu ihrer Entscheidung stehen – jedenfalls können sie nicht sagen, niemand hätte sie auf die großen Unsicherheiten bei der Jagd nach rechtlicher (Zins-)Genugtuung hingewiesen: Das haben wir hiermit getan.

    unser Augenmerk lenken. Hier hat Jan die Quintessenz der Zinsfrage vorzüglich auf den Punkt gebracht :

    Abwarten – Infos auf http://www.kaupthing.com und http://www.kaupthingedge.de beachten – dann handeln, was eventuell bedeutet ein Schreiben nach Island zu senden. PUNKT ! 😉

  7. Janam 12. Juli 2009 um 19:06 Uhr

    Es gibt hier überhaupt nicht darum, jemandem abzuraten. Jeder ist ein freier Mensch und kann entscheiden, was er macht. Jeder, dem z.B. die Rechtsschutzversicherung Deckung gibt, kann dies auch nutzen (siehe z.B. auch den Aufruf von Mitstreiter xyz).

    Es geht nur darum, dass WIR DREI nicht den Riesen-Aufwand der Koordination einer jahrelangen, rechtlichen Auseinandersetzung um das „Sahnehäubchen“ auf uns nehmen können, denn die rechtlichen Aussichten auf Zinsen für den gesamten oder teilweisen Zeitraum sind eben unsicher: Falls man mit demnächst einzuleitenden Abwicklungsverfahren über Kaupthing nicht einverstanden ist, muss man deshalb letztlich selbst die Entscheidung treffen, ob und wenn ja welche gerichtliche Vorgehensweisen man wählt, um auf anderem Wege vielleicht mehr Zinsen herauszuholen – das nimmt einem niemand ab und dazu muss man sich auch weiterhin mit dem Thema massiv befassen. Und genau letzteres können wir beruflich und privat nicht für Tausende Sparer leisten.

  8. Luna3010am 12. Juli 2009 um 19:12 Uhr

    @ Nathalie

    Genau das wollte ich mit dem Beispiel zum Ausdruck bringen.

    Natürlich haben viele unterschiedliche Anleger auch unterschiedliche Zinsansprüche.

    Wenn bei angenommenen 1000 € zu erwartende Zinsen allein Anwaltskosten von mehr als 600 € auf mich zu kommen und ansonsten noch aus heutiger Sicht nicht abschätzbare Zusatzkosten… meiner Meinung nach steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Und auch die vielleicht monate- (wenn nicht jahrelange) Nervenanspannung darf man nicht vergessen!

    Das Beispiel mit dem isländischen Richter – selbst wenn er persönlich nicht betroffen sein sollte – ist durchaus nachvollziehbar.

    Wie schon mehrmals von einigen Usern geschrieben:
    Jeder hier muß seinen eigenen Weg gehen, jeder seine persönliche Entscheidung treffen, jede Situation ist anders.

    Alle sollten froh sein, ihr angelegtes Geld wieder bekommen zu haben. Wer hätte daran Ende 2008 so richtig geglaubt???
    Die ausstehenden Zinsen sind halt so ne Art „Lehrgeld“.
    Und wenn sie doch noch kommen… um so besser!

  9. Lehaneam 13. Juli 2009 um 12:42 Uhr

    Meines Erachtens ist ein Anwalt nicht notwendig. In einem Insolvenzverfahren geht alles seinen Gang. Die jeweilige Forderung wird da eingeordnet, wo sie hingehört. Entweder es gibt was oder nicht. Das richtet sich nach Masse und nach Rang. Daran kann ein Anwalt nichts ändern. Und das ist gut so.

    Wir werden das Formular dann verwenden. Sollten wir Zinsen bekommen, wäre das eine nette Überraschung irgendwann in 2010.

    WIR HABEN 100% EINLAGE zurückerhalten.
    So mancher kleine Betrieb wäre froh, er würde 100% seiner Forderung erhalten, wenn der Geschäftspartner Insolvenz anmeldet.

    Und alle die immer fleissig sparen, fürs Alter oder größere Anschaffungen. Sollte Euch Harz4 erwischen, dann steht ihr genauso arm da, wie einer der nie gespart hat. Passiert grade einem Freund von uns.

Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben

Du musst angemeldet sein, um kommentieren zu können.