Island wird Montag Pläne zur Kapitalausstattung bekanntgeben

19. Juli 2009

Sinngemäße Übersetzung des Artikels bei International Adviser (in Englisch):

Die isländische Regierung plant, am Montag eine Vereinbarung mit den Gläubigern der zusammengebrochenen Banken bekannt zu geben und will außerdem ihre Pläne zur Kapitalausstattung der neuen Banken enthüllen, sagte ein Beamter des Finanzministeriums am Freitag.

„Parallel zur Bekanntgabe des Ergebnisses der Verhandlungen mit den Zwangsverwaltungskomitees der alten Banken, das den Interessen der Banken entsprechen wird, wird die Regierung auch ihre Bemühungen klarmachen, wie die neuen Banken mit Kapital ausgestattet werden“ , sagte Gudmundur Arnason, parlamentarischer Staatssekretär im Finanzministerium.

„Das wird am Montag viel deutlicher werden.“

Die Regierung hatte zuvor gehofft, eine Vereinbarung mit den Gläubigern bis zum 17. Juli abzuschließen, der Stichtag, an dem die Kapitalausstattung der sog. „neuen Banken“, die im Zuge der finanziellen Kernschmelze des Landes inmitten der weltweiten Finanzkrise im letzten Jahr geschaffen wurden, abgeschlossen werden sollte [siehe dazu auch unseren Artikel vom 16.06.09 und die darin enthaltenen Verweisungen].

Die Vereinbarung mit den Gläubigern wird es der Regierung erlauben, mit ihren Plänen zur Kapitalausstattung der neuen Banken fortzufahren und damit zu beginnen, die auswärtigen Kreditgeber für ihre massiven Verluste zu entschädigen.

Nach einer Expansions-Orgie nach Übersee in den letzten Jahren, schuldeten die isländischen Banken auswärtigen Kreditgebern umgerechnet ca. 43 Mrd. €, als die größten Geschäftsbanken im letzten Herbst zusammenbrachen.

Eine Vereinbarung würde nicht zwangsläufig bedeuten, dass den Gläubigern der Banken Glitnir, Landsbanki und Kaupthing das Geld vollständig zurückerstattet wird, aber es wird die Grundlage bilden, um die neuen Banken vom Boden zu holen und die Wirtschaft des schwer getroffenen nordischen Landes an die internationalen Finanzmärkte zurückkehren zu lassen.

Es könnte ebenfalls helfen, den Weg für die Rücknahme der Kapitalbeschränkungen zu ebnen, die erlassen wurden, um einen massiven Abfluss von Fondsmitteln nach dem Zusammenbruch der Banken zu schultern. Dieser Abfluss sandte ide Währung in freien Fall.

Anmerkung Jan: Jetzt wird’s spannend, wie die Bankenneuordnung aussehen wird. Denn es ist davon auszugehen, dass für die übertragenen Vermögenswerte Ausgleichszahlungen an die alten Banken (deren Gläubiger auch wir mit unseren Zinsansprüchen noch sind) erfolgen werden. Von deren Höhe hängt letztlich wiederum unsere Entschädigung für die Zinsen ab.

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