Eva Joly kritisiert Europa für Islands Schulden

5. August 2009

Die norwegisch-französische Richterin und Chefberaterin der isländischen Regierung in Sachen Untersuchung des isländischen Bankenzusammenbruchs hat kurz ihr Betätigungsfeld verlassen und kritisiert, dass die europäischen Regierungen, insbesondere die Niederlande und Großbritannien, Island ungerecht behandeln würden: Natürlich trügen die isländischen Behörden die Hauptschuld, aber die Mitschuld der Gastlandbehörden werde verschwiegen und auf Island abgewälzt. Dabei bezieht sich Frau Joly auf eine Vorschrift der EU, nach der die Bankenaufsicht des Heimatlandes (Island) nach denselben hohen Maßstäben funktionieren müsse wie in den Gastländern (EU-Staaten): Hätten sich die EU-Staaten an diese Vorgabe gehalten, hätten die isländischen Behörden die Banken stärker kontrollieren müssen und der Zusammenbruch hätte sich zusammen möglicherweise verhindern lassen. So hätte man wissen müssen, dass eine Handvoll Leute in Reykjavik nicht effektiv die Tätigkeit einer Bank im Finanzzentrums von London überwachen konnten.

Siehe den englischsprachigen Artikel bei IceNews. [Anmerkung: Ich habe leider nicht die Zeit für eine vollständige Übersetzung dieses interessanten Artikels. Wer dies tun möchte, kann eine Übersetzung gerne in den Kommentaren einstellen. Update 05.08.09 abends: Mein Wunsch wurde schneller erfüllt als gedacht: Iceland Review hat seit April 2009 eine gute deutsche Rubrik, in der ebenfalls ein Artikel zu dem Interview von Eva Joly auf Deutsch eschienen ist.]

Siehe zur Tätigkeit von Eva Joly bereits unsere Artikel vom 16.06.09, 15.06.09, 09.04.09, 30.03.09, 13.03.09.

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