Isländische Wirtschaftskrise hat jetzt auch erste „Große“ erwischt

8. August 2009

Der isländische Großindustrielle und ehemalige Vorstandsvorsitzende der Landsbanki, Björgólfur Gudmundsson, wurde vom Bezirksgericht Reykjavik auf eigenen Antrag hin für bankrott erklärt, da er nicht mehr in der Lage ist, seine Schulden zu bedienen. Die persönlichen Schulden belaufen sich auf umgerechnet ca. 480 Mio. €, während die Anfang 2008 noch vorhandenen Vermögenswerte in Höhe von umgerechnet ca. 720 Mio. € weitgehend abgeschrieben werden mussten: Landsbanki übernahm der Staat im Oktober 2008, der Fußballklub West Ham United wurde von Straumur-Burdáras übernommen und schließlich wurde die Bank Straumur-Burdáras ebenfalls vom Staat übernommen (siehe unsere Artikel vom 09.03.09 und 10.03.09).

Zuvor war bereits Gudmundssons Geschäftspartner Magnús Thorsteinsson mit Schulden von umgerechnet ca. 4,7 Mio. € in die Privatinsolvenz geraten – und bis zum Bankrott von Björgólfur Gudmundsson war dies die größte Insolvenz einer Privatperson.

Siehe Iceland Review (in Englisch).

2 Reaktionen zu “Isländische Wirtschaftskrise hat jetzt auch erste „Große“ erwischt”

  1. ovam 11. August 2009 um 08:47 Uhr

    Oh mein Gott was tut mir der Herr Gudmundsson leid. Vielleicht sollte er sich mit Madeleine Schickedanz zusammentun und eine Stiftung der Verarmten gründen. Ich würde sofort für sie spenden.

  2. Janam 14. August 2009 um 20:33 Uhr

    Naja, der Gute dürfte uns schon noch leid tun, falls es Kaupthing war, die einen Großteil der Kredite an den guten Herrn vergeben hat. 😉
    Die dürften dann mit der Privatinsolvenz größtenteils wertlos sein. Damit würde wiederum unsere Insolvenz-/Abwicklungsmasse sinken und es gibt weniger Entschädigung für die Zinsen.

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