Unsinn bei Reuters

17. August 2009

Unter der Überschrift „Island steht vor Rückzahlung von weiteren Spareinlagen“ verbreitet Reuters doch tatsächlich Folgendes:

Reykjavik (Reuters) – Sparer in den Niederland und Großbritannien dürfen auf die Rückzahlung ihrer Geldanlagen in Island hoffen.

[…]

Den deutschen Anlegern ist es besser ergangen als Briten und Niederländern. Die Rückzahlung der Einlagen der rund 34.000 Sparer bei der vom isländischen Staat übernommenen Kaupthing-Bank hat im Juni begonnen. Deutsche Sparer hatten über 300 Millionen Euro bei dem Institut angelegt, das hierzulande mit aggressiven Zinsangeboten auf Kundenfang gegangen war.

Anmerkung: Da fragt man sich schon, wieviele Sekunden da recherchiert wurde.  Wäre etwas mehr Zeit investiert worden, wäre man darauf gekommen, dass in Großbritannien und den Niederlanden die Spareinlagen bereits Ende 2008 zurückgezahlt wurden – und zwar mitsamt Zinsen bis zur Kontenschließung. Vor diesem Hintergrund klingt der Satz „Den deutschen Anlegern ist es besser ergangen als Briten und Niederländern“ einfach nur zynisch. Es geht bei dem genannten Gesetz stattdessen um die Übernahme der Entschädigungskosten durch Island. Daher gilt mal wieder: Traue keiner Presseente, die du nicht selbst in die Welt gesetzt hast. 😉

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