Frist abgelaufen – was nun?

4. Januar 2010

Hallo,

ich gehöre ebenfalls zur Gemeinde der Kaupthing-Geschädigten. Immerhin habe ich meine Geldanlage (7.000 Euro) zurückerhalten, aber auf die lange überfälligen Zinsen warte ich immer noch vergebens. Davon, dass ein Formular einzureichen ist, habe ich zu spät und nur per Zufall erfahren. Ich bin noch immer der Auffassung, dass mein Anspruch auf die ausstehende Forderung nicht erlischen kann. Ich halte es für skandalös und unseriös, dass ich von der Kaupthing Bank nicht angeschrieben/ informiert wurde und dass alle Informationen nur auf Englisch verfügbar sind (schließlich habe ich in Deutschland ein Konto eröffnet und die Geldanlage sowie die Zinsen wurden garantiert!). Es gibt eine Ausnahmeregelung, verankert in Artikel 118 Abs 1 -6, worauf ich mich vielleicht berufen könnte (wenn diese auf Deutsch verfügbar wäre, damit ich sie verstehen könnte). Kann hier jemand helfen? Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar!

4 Reaktionen zu “Frist abgelaufen – was nun?”

  1. Dirkam 4. Januar 2010 um 20:36 Uhr

    Hallo,

    Deine Frage kann ich Dir leider nicht beantworten und gebe Dir im Grundsatz recht. Trotzdem ist es bei einer Bankeninsolvenz so, dass man seine Forderungen anmelden muss. Daher ist meines Erachtens die Vorgehensweise durchaus in Ordnung. Wie das ganze letztlich rechtlich zu bewerten ist, kann ich Dir nicht eindeutig sagen, dafür werden Anwälte bezahlt. Es gibt wohl auch Bestrebungen Auf dem Rechtsweg dagegen vorzugehen, aber die Aussichten dürfen eher gering sein, vor allem wenn man sich mal die heutige Pressemeldung, die freundlicherweise von Lehane schon gepostet wurde, ansieht. Die größte Forderung sind 200 Milliarden Isländische Kronen, was immerhin fast 12 Millionen Euro sind. Da kann ich mir fast nicht denken, dass wir von 100% Rückzahlung sprechen.

    Ich kann Dir also weder vom Rechtsweg abraten als Dir auch dazu raten. Das kommt darauf an, wieviel Zeit und Geld Du einsetzen möchtest und wie groß das Risiko ist.

  2. ckam 5. Januar 2010 um 16:11 Uhr

    Hi,
    ich habe ähnliche Probleme.
    Habe von den ganzen Möglichkeiten bei meiner Reise in Südostasien und Südamerika von Mitte Februar bis Ende Dezember nichts mitbekommen.
    Außerdem habe ich nie Post von Kaupthing erhalten, was ich schon sehr bedauerlich finde. Da müsste doch rechtlich was machbar sein, da Kaupthing meine Daten eigentlich hat. Dann ist es doch auch deren Aufgabe uns Anleger zu informieren, oder nicht??? Schließlich ist Kaupthing mein Schuldner!!!

  3. k.o.pthingam 5. Januar 2010 um 17:38 Uhr

    @victim, @ck: §118 Absatz 2. wäre der Ausnahmetatbestand, mit dem jetzt noch eine Nachreichung der Forderungsanmeldung begründet werden könnte s. hier für die Übersetzung von eks. Dass vor allem die Kommunikation des sich zunächst für zuständig erklärt habenden TIF mit uns Kaupthing-Betroffenen unzureichend war, dürfte jedem klar sein. Ich warte bis heute immer noch auf die Eingangsbestätigung meines Entschädigungsantrages vom November/Dezember 2008…

  4. Janam 6. Januar 2010 um 09:35 Uhr

    k.o.pthing, es wäre schön gewesen, wenn du in dieser brisanten Rechtsangelegenheit deine pauschale Privatbehauptung auch rechtlich fundiert hättest. Die Rechtslage ist nicht so einfach wie du durch deinen Kommentar vorgibst. Der TIF hat übrigens nichts mit dieser Frist zu tun, da für ihn ganz andere Verfahrensvorschriften gelten.

    In einem Insolvenzverfahren (um ein solches handelt es sich hier) sind Ausschlussfristen absolut üblich. Es wird sehr schwer werden, das Fristversäumnis zu entschuldigen. Ob man die Sache abhakt, sich professionell beraten lässt oder auf gut Glück selbst oder mit k.o.pthing was zusammen schustert, muss jeder für sich selbst entscheiden.

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