Noch ein bisschen Statistik zum Forderungsanmeldungsprozess

24. Januar 2010

Bei Kaupthing sind 28.167 Forderungen aus 119 Ländern eingegangen. Die meisten kommen aus Deutschland und beziehen sich auf Spareinlagen. Die Höhe der angemeldeten Forderungen beträgt 7316 Mrd. ISK (umgerechnet ca. 43, 2 Mrd. €). Der Überschuss der Forderungen gegenüber der Bilanz der Bank erkläre sich aus Fehlern bei der Anmeldung und daraus, dass Gläubiger gewöhnlicherweise ein Maximum an Forderungen anmeldeten. Das Winding-up Committee (=Insolvenzverwalter) hat Entscheidungen über 16.000 oder 57% der Forderungen getroffen. Dabei handelt es sich zum allergrößten Teil um Zinsforderungen aus Deutschland. Die noch nicht beschiedenen Forderungen werden auf Gläubigerversammlungen am 18. Mai 2010 und wenn nötig im Herbst 2010 behandelt. Soweit kaupthing.com.

Tja, und wer unserer großen deutschen Bankfreunde ist der Top-Forderungssteller? Bayerische Landesbank, Commerzbank , Dresdner BankDZ-Bank, HSH Nordbank, LBBW oder KfW? Fehlanzeige. Bloomberg meldet, es sei die Deutsche Bank mit sage und schreibe 900 Mrd. ISK (umgerechnet ca. 5,3 Mrd. €)! Außerdem seien nach diesem Bericht Gläubiger: Burlington Loan Management, der größte Gläubiger von Glitnir, mit 80 Mrd. ISK (umgerechnet ca. 470 Mio. €). Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Sigurdur Einarsson mit Gehaltsforderungen von 244 Mio. ISK (umgerechnet ca. 1,44 Mio. €). Ingolfur Helgason, der ehemalige Island-Chef der Bank, mit 82 Mio. ISK (umgerechnet ca. 485.000 €). Der isländische Einlagensicherungsfonds TIF mit 840 Mrd. ISK (umgerechnet ca. 5 Mrd. €). Die isländische Zentralbank mit 363 Mrd. ISK (umgerechnet ca. 2,1 Mrd. €).

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