Tag 3 – 06.02.2009

6. Februar 2009

Und schon wieder bringt das Handelsblatt heute als erstes einen Bericht.

11:45 Uhr
Die Jungs waren beim TIF.

13:14 Uhr
Wir hatten ein sehr positives Gespräch in der Kaupthing Bank. Es wurde nochmal bestätigt, dass 80% der Summe verfügbar sind und eines der Probleme die Abwicklung mit der DZ-Bank ist.
Die Auszahlungs-Abwicklung muss vorbereitet und geprüft werden, damit auch niemand verloren geht. Wir haben Priorität vor institutionellen Anlegern. Solange wir nicht entschädigt sind, bekommt keiner sonst Geld.
Es finden positive Dialoge mit den Deutschen Behörden seitens Kaupthing statt.

14:00 Uhr
Haben wir einen Termin beim Wirtschaftsministerium.

15:30 Uhr
Haben wir einen Termin beim Mütterhilfswerk. Wir wollen die Spende und die Mitbringsel übergeben. Darüber hat das isländische Fernsehen berichtet (keine Angst, Karlheinz redet Deutsch)

17:00 Uhr
Ende des Besuchs beim Mütterhilfswerk mit dem isländischen Fernsehen. Spende von 1.000 Euro wurde übergeben. Davor waren sie beim Minister. Siehe darüber auch noch den Artikel auf icelandreview.com vom 10.02.

Hier ist der weitere Medienspiegel vom heutigen Tag (z.T. auch schwerpunktmäßig mit Berliner Demo):
Südkurier, Hamburger Abendblatt, FAZ (auch gedruckt mit großem Farb-Foto von Berlin-Demo – Plakat-Slogans sind super zu lesen!), Berliner Morgenpost, WELT, FTD (mit Stellungnahme der BaFin), Finanz-Geld.de, Focus.

Offizielles Statement auf der Seite der isländischen Botschaft zur Rückzahlung der Einlagen der deutschen Kaupthing Edge Kunden.

  • 2 Kommentare

2 Reaktionen zu “Tag 3 – 06.02.2009”

  1. KaiserGimmelam 6. Februar 2009 um 12:50 Uhr

    Der Link ist tot.

    Anmerkung Nathalie: Danke, geändert.

  2. Janam 7. Februar 2009 um 22:57 Uhr

    Hallo Deutschland!

    Erst einmal ein Sorry von meiner Seite aus, dass unser Informationsfluss aus Island zugegebenermaßen relativ dürftig ist. Das hat einerseits banale Gründe (ich hab z.B. noch keine Admin-Rechte und kann daher nicht im ursprünglich dafür gedachten Diary-Bereich posten), andererseits liegt es aber auch daran, dass wir bis gestern einen ziemlich vollen Zeitplan hatten.

    Gestern standen bei uns ein Besuch beim TIF sowie Termine beim Finanzvorstand der Kaupthing, der isländischen Verhandlungsleiterin der Den Haag-Gespräche am 4.12.08 sowie beim Mütterhilfswerk an.

    Nachdem wir erfolgreich investigativen Journalismus betrieben hatten (der TIF selbst ist nicht so einfach ausfindig zu machen), haben wir die 2 netten Damen und den Herren des Dienstleisters, der für die Erfassung unserer Entschädigungsanträge zuständig ist, in ihrem Büro besucht. Wir bedankten uns für den höflichen Kontakt, den wir bisher mit den TIF-Mitarbeitern hatten, und machten uns ein Bild von dem sehr einfachen Verfahren, mit dem Anträge erfasst werden. Aktuell sind laut Aussage der Mitarbeiter etwa 10.000 deutsche Anträge in der Excel-basierten Registrierungsdatei erfasst, mittlerweile sind aus Deutschland ca. 60.000 Anträge (teilweise doppelt und dreifach) eingegangen. Die Leute dort tun ihr Bestes, haben aber auch einen schwierigen Job, bitte bedenkt das, wenn ihr mit Ihnen in Kontakt treten wollt!

    Danach gings weiter zur Kaupthing-Zentrale, wo uns Gudni Adalsteinsson empfing. Das Gespräch (ca. 45 Minuten) war gut: Wir konnten ein paar Punkte, die auf dem Creditors Meeting nicht zur Sprache kamen, detaillierter ansprechen (Rolle DZ-Bank, Kaupthing, Bafin, Szenarien bei Moratoriumsverlängerung, etc) und bekamen auch meistens Antworten. Als Quintessenz kann man wohl sagen, dass Kaupthing ernsthaft an einer „private solution“ interessiert ist (also VOLLSTÄNDIGE Auszahlung direkt durch Kaupthing ohne Involvierung der Regierungen bzw. des TIF), das Problem DZ-Bank jedoch von zentraler Bedeutung ist.

    Um 14 Uhr waren wir dann beim Ministry of Business Affairs, wo wir mit der Dame gesprochen haben, die vor 2 Monaten die Gespräche in Den Haag als isländische Vertreterin begleitet hat. Sie hat nochmals auf die schwierige politische Situation vor Ort hingewiesen und bestätigt, dass auch die isländische Regierung an einer privaten Lösung interessiert sei. Einerseits sicherlich, damit keine zusätzlichen Kreditbelastungen auf die isländische Regierung hinzukommen, andererseits aber auch um im Ausland weiterhin sein Gesicht wahren zu können, indem zumindest Privatanleger ihre EInlagen zurückbekommen. Das Highlight des Gesprächs war sicherlich, als der neue Wirtschaftminister von Island, Gylfi Magnusson, zu uns stoß und sich etwa 20 Minuten für unsere Thematik Zeit nahm. Selbstverständlich konnte er uns keine festen Zusagen zur Problemlösung machen, allerdings ist es für unser Anliegen ein Riesenerfolg, dass wir ein persönliches Gespräch auf Ministerebene hatten (thanks to Sven:-)).

    Als letzter Punkt unserer Agenda stand noch der Besuch beim Mütterhilfswerk an. Durch den unermüdlichen Einsatz von Johann, unserer isländischen Speerspitze) hatten wir sogar das 2. Programm des isländischen Staatsfernsehens dabei, wo Karlheinz (oder Kalhrenz?!?) einen exzellenten Auftritt hatte. Die Spende ist wirklich am richtigen Ort angekommen, die Nachfrage nach Kleidung und Lebensmittel hat sich seit der Krise dramatisch erhöht, nochmals vielen Dank an alle, die uns das mit ihrer Spende ermöglicht haben).

    Nachdem wir diesen langen und erfolgreichen Tag hinter uns gebracht haben, haben sich Sven und ich dann noch in das berühmt-berüchtigte Reykjaviker Nachtleben gestürzt, um die ganze Anspannung der vergangenen Tage abzubauen. Ein wirklich lohnenswerter Abend…Smile

    Heute nachmittag waren wir auf der großen Samstagsdemonstration vor dem Parlament und haben dort im wahrsten Sinne des Wortes Flagge gezeigt (siehe Anhang:-) Das Ganze war jetzt für unsere Thematik nicht mehr von fundamentaler Bedeutung, allerdings war es eine gute Möglichkeit, unsere Solidarität mit dem isländischen Volk zum Ausdruck zu bringen. Leider haben wir kaum ein Wort der Redner verstanden:-) Wir hatten noch ein kurzes Interview mit dem ersten Kanal des staatlichen TV, ob das allerdings gezeigt wird, weiß ich nicht 100%.

    So, das soll für den Moment genügen, wir werden uns gleich beim Essen nochmal zusammensetzen und darüber diskutieren, wie wir die nächsten Tage sinnvoll angehen. Es ist unsere einhellige Meinung, dass wir die gute Medienresonanz der letzten Tage unbedingt produktiv nutzen müssen, um unseren Alptraum endlich zu beenden. Also macht euch Gedanken!!!

    bx

    http://kaupthingedge.foren-city.de/topic,3830,-island-ii-info-tag-4-07-02-09.html