Archiv für das Tag 'Strafanzeige'

Strafanzeige gegen Kaupthing Bank, Niederlassung Deutschland

23. März 2009

Liebe Redaktion,
ich habe heute die Staatsanwaltschaft Frankfurt angeschrieben mit der Bitte um Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Betrugs.
Den Wortlaut meines Schreibens füge ich bei. Bitte prüfen Sie, ob es sich für eine Veröffentlichung im Forum eignet.
Mit freundlichen Grüßen
D. S.

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich habe am 6. und 7. Oktober 2008 je 10.000 € an die o. a. Bank überwiesen. Bei diesen Beträgen handelt es sich um Ersparnisse, die meiner späteren Altersversorgung dienen sollten. Sie sollten zunächst als Festgeld mit einer Laufzeit von 12 Monaten angelegt werden.
Die Kaupthing Bank hatte am 30. September 2008 ihr Zinsangebot für Festgeld mit 12-monatiger Laufzeit auf 6,1 % erhöht. Damit setzte sie sich an die Spitze der Anbieter. Außerdem erklärte die Kaupthing Bank, dass im Falle ihrer Insolvenz die Einlagen bis zur Höhe von 20.887 € gesichert seien. Unter diesen Umständen habe ich mich hinsichtlich der Anlage meiner Ersparnisse für die Kaupthing Bank entschieden.
Am 9. Oktober 2008 hat die Kaupthing Bank ihren Geschäftsbetrieb wegen Zahlungsunfähigkeit eingestellt.
In der Erhöhung des Zinssatzes am 30. September 2008 auf 6,1 % sehe ich den Tatbestand des Betrugs ($ 263 StGB) als gegeben an. Zu diesem Zeitpunkt musste nämlich den Verantwortlichen der Bank völlig klar gewesen sein, dass das Unternehmen vor der Insolvenz stand. Denn die Zahlungsunfähigkeit einer Bank erfolgt niemals von heute auf morgen, sondern ist in der Regel das Ergebnis längerfristiger Entwicklungen. Angesichts der offensichtlich hoffnungslosen Finanzlage der Bank konnte die Erhöhung des Zinssatzes nur in der Absicht geschehen, noch möglichst viele Anleger zu verführen, dieses Angebot anzunehmen. Den Verantwortlichen war hierbei bewusst, dass die Bank ihre in ihrem Angebot versprochenen Leistungen wegen der vorhersehbaren Insolvenz nicht würde erbringen können mit der Folge, dass die Anleger in jedem Fall Nachteile haben würden. Dies wird durch die zwischenzeitlichen Geschehnisse bestätigt. Denn mehr als fünf Monate sind seitdem vergangen, ohne dass die deutschen Anleger – man schätzt ihre Zahl auf ca. 30.000 bei einer angelegten Gesamtsumme von ca. 330 Millionen Euro – auch nur einen Cent zurück erhalten haben!

Ich bitte um Einleitung eines Ermittlungsverfahrens in der Angelegenheit und erlaube mir noch folgende Schlussbemerkung: Seit etwa einem halben Jahr wissen wir, dass gewissenlose Banker eine schwere globale Finanzkrise ausgelöst haben, die inzwischen auch die Realwirtschaft erfasst hat mit der Folge, dass weltweit unzählige Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren und in Armut gestürzt werden. Es ist unglaublich, dass bisher keiner der Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurde.
Es handelt sich hier um Verbrechen am Kapital. Die Täter sind in diesem Sinne Kapitalverbrecher. Sie sollten auch als solche behandelt werden!

Für eine Rückäußerung wäre ich dankbar.

Mit freundlichen Grüßen
xxxxx

Anmerkung Nathalie: Da keine persönlichen Daten angegeben sind, gebe ich den kompletten Artikel frei.